eSports bei Olympia - Denn es ist Sport! - eSportsblog

eSports bei Olympia – Denn es ist Sport!

eSports bei Olympia – Denn es ist Sport!

Wer vor 10 Jahren gesagt hätte, dass eSports bei Olympia als Sportart gezeigt wird, den hätte man vermutlich für nicht ganz zurechnungsfähig abgestempelt. Vor einem heimischen Rechner sitzende jugendliche Einzelgänger, die besser draußen spielen sollten – so hatte man damals die Nerds eingestuft. Einige Jahre später nun werden ganz Hallen und Arenen mit eSports begeisterten Fans gefüllt. Zuletzt bei der ESL One in Hamburg und bei der Blizzcon in Anaheim.

große eSports-VeranstaltungWas ist eSports?

Unter eSports werden elektronische Spielarten (Games) gefasst, die man im Wettstreit Mensch gegen Mensch oder Team gegen Team spielen kann.  Die Auseinandersetzung im eSports kann mit PC oder Spielkonsole erfolgen. Je nach Spiel sind auch unterschiedliche Disziplinen möglich.

Welche Disziplinen gibt es beim eSports

Die wesentlichen Unterscheidungen der Spielarten ergeben sich aus den Spielen selbst.  Spiele wie Starcraft, Warcraft, Dota oder League of Legends werden zu den strategischen Spielen gezählt.
Counter-Strike, Halo- oder Quake-Serie zählen zu den Egoshootern. Darüber hinaus gibt es Sportsimulationen wie Gran Turismo oder FiFa – Letztere hat in der jüngsten Vergangenheit für viel Furore gesorgt, da sich auch mittlerweile etablierte Fußballvereine in der Zocker-Variante engagieren.
Je nach Disziplin sind unterschiedliche Anforderungen an die E-Sportler gestellt. Neben einer guten Augen-Hand-Koordination sind Kreativität, Geschicklichkeit, mentale Stärke und Ausdauer sicherlich  wesentliche Faktoren, die den Unterschied eines erfolgreichen zu einem weniger erfolgreichen E-Sportler ausmachen. Top Spieler sind unter anderem Kuroky (Deutschland) und Faker (Südkorea).

Ist eSports in Deutschland eine anerkannte Sportart?

Die Sportler bewegen sich nicht genug!

In Deutschland ist eSport noch keine anerkannte Sportart. Im Gegensatz zu Nachdenklicher Schachspielervielen anderen Ländern sträubt sich vor allen Dingen der Deutsche Olympische Sportbund (DSOB) gegen die Anerkennung e-Sports als Sportart. In deren Augen werden die Kriterien für die Aufnahme nicht erfüllt.  Eines der Argumente ist, dass man sich beim e-Sport nicht genug bewegt. Ein Argument, dass die Schachspieler sicherlich nicht gerne hören. Ebenso wenig die Sport- oder Bogenschützen. Gerade hier kommt es auf Unbeweglichkeit vor dem entscheidenden Schuss an.

eSport ist unstrukturiert!

Ein weiteres Argument ist, dass es keine Vereine für eSports gibt. Die fehlenden Strukturen sind Sinnbild dieser neuen, modernen Sportart. Sie ist quasi nicht an keinem bestimmten Ort gebunden. Es ist nicht erforderlich, eine Gemeinschaft zu bilden, um den Sport in einer geeigneten Stätte auszuüben. eSports kann von jedermann, zu jeder Zeit an jedem Ort ausgeübt werden.
Einfach den Rechner anschalten und online gehen.
Diese Freiheit ist das große Plus von eSports. Vermutlich aber ist es an dieser Stelle vorrangig die noch zu überwindende Skepsis der etablierten und noch nicht weitblickenden Herrschaften, die verhindern, das eSports den gleichen Stellenwert erhält, wie z.B. Fußball oder Darts.

Wie lange wird es noch dauern, bis eSports auch in Deutschland als Sportart anerkannt wird?

Bis eSports bei Olympia ist?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Wenn ich eine Wette Olympische Ringe, kleinabgeben könnte, dann würde ich sagen, dass allerspätestens im Jahre 2024 eSports auch in Deutschland als Sportart anerkannt wird. Etwas spät, vielleicht, denn mittlerweile hat das Olympische Komitee Asiens eSports als Disziplin aufgenommen. Und somit wird 2022 das erste Mal eSports bei den Asien Spielen vertreten sein. Aktuell gibt es den Versuch durch die Pariser Bewerbung, eSports auch bei den olympischen Spielen 2024 als Disziplin aufzunehmen.
Zwischenzeitlich wurde von der FDP ein erster Antrag gestellt, damit eSports auch in Deutschland als Sportart anerkannt wird.

Bis die wirtschaftlichen Interessen überwiegen?

Wirtschaftliche Interessensgemeinschaften sind schon lange von der Durchschlagskraft und den möglichen Werbe-Einnahmen der Zielgruppe überzeugt. Traditionelle Fußballvereine, wie Schalke 04, RB Leipzig, VfB Stuttgart und andere engagieren sich zunehmend für eSports. Noch begrenzt sich das Engagement auf den kleinen elektronischen Bruder FiFa. Wenn die ersten Hürden überwunden sind und sich vergleichbare Strukturen durchsetzen, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Disziplinen des eSports in den Fokus rücken.
Die größte Hürde meines Erachtens ist, dass nicht alle Disziplinen auf Anhieb für jedermann verständlich oder zugängig sind. Ein Schlachtgetummel von Orks, Elfen und Hunderten anderer Kreaturen, die mit Blitz und Donner ganze Armeen anderer Kreaturen vernichten, sind nur was für geübte und versierte Spiele-Fans. Hier könnte FiFa tatsächlich der Wegbereiter sein, denn Fußball ob real oder am PC folgen denselben Regeln, einfachen Regeln: Das Runde muss in das Eckige.

Ist eSports in Deutschland ein Sport oder ein Spiel?

Nach herrschender Auffassung der DOSB, welche damit auch die bundesweite politische Auffassung widerspiegelt, ist eSports ein Spiel – nichts weiter. Den Erfordernissen einer Sportart nicht genügend, dürfen E-Sportler (oder E-Spieler) ihr Spiel gerne weiter spielen – das ist durchaus gewünscht. Aber die Anerkennung als Sportart bleibt „noch“ verwehrt.
Wer die sportlichen Anforderungen einer komplexen und rasanten virtuellen Welt nicht einzuordnen weiß, der noch nie zig Stunden damit investiert hat, ein erstes Level zu überwinden, der versteht vermutlich auch nicht, wie anspruchsvoll und vielseitig ein „Game“ sein kann.
Vielleicht ist es noch zu früh, um eine Realität wie in Südkorea zu schaffen. Hier ist eSports längst Teil der Sportkultur. e-Sportler werden wie  Stars gefeiert, erzielen Gagen in Millionenhöhe und niemand würde daran zweifeln, dass es sich um Sport handelt.

Fazit:

eSports ist nicht nur in den Augen der eSportler selbst ein ernstzunehmender Sport. Die Fangemeinde und Unterstützer dieser aufstrebenden Sportart wächst zunehmend und wird in den nächsten Jahren nicht nur für ausverkaufte Stadien sorgen, sondern auch die Wahrnehmung innerhalb der Bevölkerung schärfen. Das wirtschaftliche Interesse, die Tatsache, dass eSports in anderen Ländern längst als Sport etabliert ist und die Aufnahme als Disziplin bei den Asien-Spielen wird für Bewegung sorgen. Aber erst, wenn eSports bei Olympia angekommen ist, werden Millionen von Zuschauern diesen Sport mit all seinen Möglichkeiten kennen lernen.
Eine zuletzt von Sport1 in Auftrag gegebene Untersuchung hat ergeben, dass die bekanntesten eSports-Teams die sind, die von den bekannten Fußballvereinen wie Schalke oder RB Leipzig gefördert werden.
Dies zeigt, wie eSports nicht nur bekannter, sondern auch besser strukturiert werden kann.

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